
Eva Jung, Kommunikations-Designerin und Autorin aus Hamburg, Mitglied im Art Directors Club Deutschland. Initiatorin von godnews.de und Vorstandsmitglied GODNEWS e.V. Gründerin und Geschäftsführerin von gobasil.com: Verantwortlich für international ausgezeichnete Bibelausgaben und erfolgreiche Kampagnen, sowohl für kirchliche Einrichtungen als auch für namhafte Wirtschaftskunden.
sb: Was reizt dich besonders daran, Kirchen dabei zu unterstützen, ihre Kommunikation zu verbessern?
ej: Zwei Herzen schlagen in meiner Brust: Einerseits bin ich gläubige Christin, habe mich jahrelang in Kirche engagiert – andererseits bin ich studierte Kommunikations-Designerin, Texterin und seit vielen Jahren in der Werbung und Kommunikationsbranche tätig. Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass Kirche professionell kommuniziert und Glaubensthemen so zur Sprache bringt, dass viel mehr Menschen berührt werden und sie Spiritualität als Lebensbereicherung wahrnehmen können. Dass unsere Welt eine hoffnungsvollere wird.
sb: Wie seid ihr als Agentur auf die Formulierung „mit Segen unterwegs“ gekommen? Wie darf man sich den Entstehungsprozess eines solchen Mottos vorstellen?
ej: Wir starten jedes Projekt mit einem sogenannten Strategieworkshop. Dabei nehmen wir zusammen mit unseren Auftraggeber*innen die Aufgabe, Zielgruppen, deren Bedürfnisse und die Kommunikations-Ziele und vieles mehr genau unter die Lupe. Das haben wir auch hier in Braunschweig gemacht. Da es in Sachen Zukunftsprozess schon einen Vorlauf gab, haben wir darüber hinaus die schon gegangenen Schritte und Entwicklungen studiert und analysiert. Es gab ja bereits andere Motti, die offenbar alle nicht so richtig gegriffen haben. Meines Erachtens auch deswegen, weil sie entweder zu technisch waren oder lediglich eine Zustandsbeschreibung geliefert haben. „mit Segen unterwegs“ entstand aus dem Gedanken heraus, dass wir dem Zukunftsprozess ein Motto wünschten, das eine inhaltliche Aussage macht und eine „aussichtsreiche“ Zielrichtung gibt. Und da wir als Agentur mit dem Begriff „Segen“ schon in anderen Zusammenhängen sehr gute Erfahrungen gemacht haben, haben wir ein Motto gesucht und gefunden, das den Segen (übrigens ein starkes Alleinstellungsmerkmal der Kirche) in den Mittelpunkt stellt. Vor allem war diese Aussage sehr anschlussfähig an das vorher bestehende Motto „In ein Land, das ich dir zeigen will …“ Diese Aussage entstammt einer Zusage im Alten Testament an Abram, aus seinem Vaterland auszuziehen … um ein Segen für alle zukünftigen Generationen zu sein.
sb: Was fällt dir als erstes ein, wenn du an die Kirche(n) der Zukunft denkst?
ej: Ich träume von einer Kirche, die sich als „Ermöglichungsraum“ für alle Menschen versteht. Die Sprungbrett ist in ein hoffnungsvolles, kreatives, friedliches, gemeinsames, gutes Leben. Ich wünsch mir eine Kirche, die dafür bekannt ist, Gottes Segen in der Welt sichtbar, spürbar und erlebbar werden zu lassen. Eine Kirche, die sich selbst hinterfragt und hinterfragen lässt, die beweglich ist und bleibt. In der Menschen Segen empfangen und weitergeben.
Ich wünsche mir eine Kirche, deren Mitglieder in Talkshows eingeladen werden, weil man sich von diesen Menschen erhofft, überraschende Impulse zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen/Problemstellungen zu hören. Eine Kirche, die über den Tellerrand blickt und für Ideen und Lösungswege bekannt ist, die inspiriert sind und inspirieren.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Eva Jung und ihrer Agentur für die gesamte Zusammenarbeit!